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Warum ist eine “Nährwertkennzeichnung” für Hofkäse und handwerklich hergestellte Milchprodukte ungeeignet?

FACE Network Petition

Die Europäische Union hat vor Kurzem eine verpflichtende Kennzeichnung von Nährwertangaben auf vorverpackten Produkten beschlossen. Ausgenommen sind lediglich Produkte, die in kleinen Mengen vom Hersteller oder lokalen Einzelhändlern direkt an den Verbraucher vermarktet werden. Auch wenn Hofkäse und handwerklich hergestellte Milchprodukte sehr oft auf Märkten, im Hofladen sowie unverpackt direkt an den Verbraucher vermarktet werden, so werden diese Produkte auch in vorverpackter Form über den Großhandel an Supermärkte oder Käsefachgeschäfte geliefert. Wer über den Großhandel vermarktet ist zukünftig von diesem Gesetz betroffen und muss Nährwerte wie Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz auf dem Produktetikett angeben.

Diese Regelung ist für Hofkäse und handwerklich hergestellte Milchprodukte sehr schwer umzusetzen, da sie i.d.R. nicht standardisiert werden. Die Produkte werden handwerklich unter Verwendung traditioneller Methoden, sehr oft aus Rohmilch bzw. nicht standardisierter Milch und ohne die Zugabe weitere Zusatzstoffe außer Milchsäurekulturen und Lab hergestellt.

Doch die Zusammensetzung der Rohmilch variiert im Jahresverlauf beachtlich. Die Jahreszeit, der Laktationsstand und die Zusammensetzung des Futters beeinflussen den Gehalt an Fett, Eiweiß und weiterer Inhaltsstoffe. Die Abweichungen sind besonders groß, wenn nur die Milch einer Herde, wie in Hofkäsereien üblich, verwendet wird. Das sind die Gründe, weshalb die Nährwerte auch im Endprodukt schwanken können. Um dem Verbraucher aussagekräftige Nährwertangaben liefern zu können, müsste der Hersteller seine Produkte mehrfach im Jahr auf die Nährwerte untersuchen und je nach Ergebnis unterschiedliche Etiketten bereit halten. Die dafür entstehenden Kosten könnten die meisten Hersteller nicht aufbringen.

Das Besondere an Hofkäsen und handwerklich hergestellten Milchprodukten ist nicht die Art ihrer Vermarktung, sondern ihre Herstellung. Unsere Erfahrung als Hersteller ist, dass unsere Kunden diesen Zusammenhang verstehen: Sie kaufen Hofkäse und handwerkliche Milchprodukte nicht wegen ihres Nährwertgehaltes sondern Sie haben die Gewissheit, dass sie ein einzigartiges und wertvolles Lebensmittel kaufen.

Wir glauben, dass viele Verbraucher an Nährwertangaben interessiert sind, wenn es sich um zusammengesetzte bzw. hochverarbeitete Lebensmittel handelt. Sie haben aber nicht die gleichen Fragen an Hofkäse und handwerkliche Milchprodukte, die als kaum verarbeitete Grundlebensmittel verstanden werden.

Wir befürworten ebenfalls, dass Verbraucher vor dem Kauf angemessen über das Produkt informiert werden sollen. Allerdings ist die verpflichtende Nährwertangabe bei unseren Produkten keine Lösung, da korrekte Informationen nur mit enormem Aufwand bereit gestellt werden können. Daher würden wir gern über alternative Maßnahmen ins Gespräch kommen, um Verbrauchern über die Nähwerte unserer Produkte aufzuklären, wie zum Beispiel Informationskampagnen, Hofbesuche und Besuche von Käsereien …

Aus den oben genannten Gründen fordert FACEnetwork, auf die verpflichtende Kennzeichnung von Nährwertangaben bei Hofkäse und handwerklich hergestellten Milchprodukten zu verzichten und die Kennzeichnungspflicht nicht vom Vermarktungsweg und der Art der Verpackung abhängig zu machen.

Bitte Unterstützen Sie uns, indem Sie die FACE Petition unterzeichnen

>>> Hier gehts zur Petition


Farmhouse and Artisan Cheese & Dairy Producers European Network (FACEnetwork)
42, rue de Châteaudun, 75314 Paris Cedex 09, France, e-mail: info@face-network.eu